3D-Projekt: Modell einer Windkraftanlage

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Projektaufgabe für den Technikunterricht – 3D-Druck und Mikrocontrolling

Eine Windkraftanlage im Modell – selbst konstruiert, selbst gedruckt und mit einem Arduino angetrieben. Dieses Projekt verbindet 3D-Design, 3D-Druck und Mikrocontrolling zu einer Unterrichtseinheit, an deren Ende ein Modell steht, das sich wirklich dreht.

Anders als die übrigen Anleitungen ist das hier eine offene Projektaufgabe: Sie gibt Ziel, Aufgabenliste, Material und eine Checkliste vor – den Weg dorthin sucht ihr selbst.

3D-gedrucktes Modell einer Windkraftanlage mit drei Flügeln
Das fertige Modell einer Windkraftanlage

Die Projektaufgabe

In diesem Projekt konstruiert und baut ihr das Modell einer Windkraftanlage. Bis auf den Turm entsteht alles im 3D-Drucker.

Die Flügel dreht ein kleiner Schrittmotor, der im Maschinenhaus sitzt. Die Drehgeschwindigkeit des Rotors lässt sich über einen Drehregler einstellen – ein Arduino verarbeitet dessen Werte und steuert damit den Motor an.

Das Projekt eignet sich für die Klassenstufen 8 bis 10 im technischen Unterricht (Technik, Profil-Technik, Informatik) und verbindet 3D-Design, 3D-Druck und Mikrocontrolling. Für die Konstruktion empfiehlt sich die cloudbasierte Software Tinkercad. Die Unterrichtseinheit wurde mit einer 9. Klasse in der Sekundarstufe 1 erfolgreich durchgeführt.

3D-gedrucktes Modell einer Windkraftanlage mit drei Flügeln
Das fertige Modell einer Windkraftanlage

Designbeispiel in Tinkercad

So könnte ein Windkraftanlagenmodell in Tinkercad aussehen. Die einzelnen Teile:

  • Maschinenhaus: frei gestaltbar. Die 3D-Datei des Schrittmotors 28BYJ-48 findest du bei Thingiverse. Den Motor schneidest du als Negativform aus dem Maschinenhaus heraus.
  • Standfuß: ein paar Zylinder und ein Kegel genügen, zusammengefügt nach eurem Modell.
  • Flügel: wegen der geschwungenen Form der schwierigste Teil. Am besten lädst du ein vorhandenes Flügelmodell herunter und passt es an. Vor allem der Übergang zur Nabe muss passen. Nach dem Druck werden die Flügel mit der Nabe verklebt oder verschraubt.
  • Rotornabe: nimmt die Flügel auf und wird mit der Achse des Schrittmotors verbunden. Für einen guten Sitz auf der Welle schneidest du auch hier ein Negativ der Motorwelle heraus.
Tinkercad-Ansicht der vollständigen Windkraftanlage
Die komplette Anlage in Tinkercad
Tinkercad-Ansicht des Maschinenhauses
Das Maschinenhaus mit der ausgeschnittenen Motorform
Tinkercad-Ansicht des Standfußes
Der Standfuß aus Zylindern und einem Kegel
Tinkercad-Ansicht eines Rotorflügels
Ein Rotorflügel
Tinkercad-Ansicht der Rotornabe
Die Rotornabe mit drei Aufnahmen für die Flügel
Tinkercad-Ansicht der Wellenaufnahme in der Rotornabe
Die Aufnahme für die Motorwelle, als Negativ herausgeschnitten
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Die Aufgaben im Detail

  • Sammelt Informationen über Windkraftanlagen und entscheidet euch für ein reales Modell eines Herstellers, das ihr nachempfinden wollt.
  • Besorgt euch das 3D-Objekt des Maschinenhauses im Internet oder erstellt es selbst mit Tinkercad.
  • Besorgt euch das 3D-Objekt des Schrittmotors und schneidet diese Form aus dem Maschinenhaus aus. Alternativ vermesst ihr den Motor und schneidet die Öffnung von Hand heraus.
  • Achtet darauf, dass im Maschinenhaus Ausschnitte oder Löcher zum Verlegen der Kabel vorhanden sind. Die Kabel werden durch den Turm nach unten geführt. Weil die Treiberplatine des Schrittmotors nicht in den Turm passt, müsst ihr die Motorkabel mit Steckkabeln verlängern.
  • An der Unterseite des Maschinenhauses braucht ihr ein Loch, durch das die Kabel nach unten laufen und in das sich der Turm einstecken lässt (Kunststoffrohr oder Kabelkanal, 20 mm).
  • Konstruiert eine Rotornabe, die genau auf die Achse des Schrittmotors passt. Sie braucht drei Löcher für die Flügel.
  • Besorgt euch das 3D-Objekt eines Rotorflügels und ergänzt am Übergang zur Nabe einen Zylinder, mit dem sich der Flügel befestigen lässt.
  • Gestaltet den Standfuß in Tinkercad und druckt ihn aus.
  • Verlegt die Kabel so, dass man sie von außen nicht sieht. Mikrocontroller und Spannungsversorgung dürfen sichtbar bleiben.
  • Programmiert den Mikrocontroller so, dass sich die Drehzahl des Rotors mit dem Drehregler von null bis zur Höchstgeschwindigkeit einstellen lässt.

Für den Programmierteil helfen zwei andere Anleitungen weiter: Schrittmotor ansteuern und Potentiometer auslesen. Zusammengenommen ergeben sie genau die Steuerung, die dieses Projekt verlangt.

Material

  • Arduino-Mikrocontroller
  • Schrittmotor 28BYJ-48 mit Treiberplatine
  • Potentiometer als Drehregler
  • einige Steckkabel, darunter fünf Stück mit 50 cm Länge für die Verlegung durch den Turm
  • runder Kabelkanal, 20 mm Durchmesser, 35 cm lang
  • 3D-Druck-Filament (PLA)

Zusatzaufgaben zur Differenzierung

  • Gestaltet das Modell mit Farbe und Aufschriften so, dass es dem Original möglichst ähnlich sieht.
  • Setzt an der Oberseite eine rote blinkende LED ein.
  • Programmiert mit App Inventor eine Steuerung der Drehgeschwindigkeit per App.
  • Seid kreativ und überlegt euch weitere Extras.

Checkliste und Downloads

Diese Checkliste hilft beim Abarbeiten des Projekts:

  • Auswahl eines Windkraftanlagenmodells
  • Maschinenhaus gestalten
  • Schrittmotormodell verarbeiten
  • Elektronik im Maschinenhaus vorbereiten
  • Aufnahme für den Turm konstruieren
  • Rotornabe konstruieren
  • Rotorflügel konstruieren
  • Elektronikmaterial besorgen, sichten und vorbereiten
  • Mikrocontroller programmieren
  • Endmontage des Modells
  • Abschließender Funktionstest
  • Vorführung der Anlage im Plenum
  • Notengebung

Beispieldateien für die Windkraftanlage haben wir bei Thingiverse hinterlegt – du kannst sie dort kostenlos herunterladen. Oder scanne einfach den QR-Code.

QR-Code, der zum Thingiverse-Eintrag der Windkraftanlage führt
QR-Code zu den Beispieldateien bei Thingiverse
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